Bargeldabschaffung – Ethik

Während meines MBA-Studiums habe ich mich im Fach Wirtschaftsethik indirekt mit der Thematik der Bargeldabschaffung auseinandergesetzt. Die Arbeit hatte folgenden Titel: „Unternehmens- und gesellschaftliches Verhalten gegenüber der Digitalisierung und insbesondere gegenüber digitalen Zahlungsmethoden“.

Meine Masterarbeit handelte von den Möglichkeiten einer Volksinitiative zu diesem Thema. Gerne teile ich dir meine Gedanken aus dem Essay auf diesem Wege mit. Derzeit ist es für mich nicht möglich und unrealistisch, eine Volksinitiative zu lancieren. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mehrere Politiker mit der Thematik direkt zu konfrontieren. Gerne werde ich dich diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

 

Essay vom 20.04.2019:

„Unternehmens- und gesellschaftliches Verhalten gegenüber der Digitalisierung und insbesondere gegenüber digitalen Zahlungsmethoden“

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Thema

Abgrenzung

Fachliteratur zu diesem Thema

2. Hauptteil 

Hauptgedanken Digitalisierung

Digitale Zahlungsmöglichkeiten

Bargeld

Diskussion

3. Schluss

Beurteilung

Resume – persönliches Statement

4. Literaturverzeichnis

 

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1. Einleitung

1.1 Thema

Aufgrund der Digitalisierung werden digitale Zahlungsmethoden immer mehr in unseren Alltag integriert. Die möglichen Folgen sind vielschichtig und schwierig zu greifen. Zum einen steht die Frage im Raum, ob sich Unternehmen ethisch korrekt verhalten, welche diese Zahlungsmethoden forcieren. Zum anderen stellt sich die Frage, ob wir uns als Gesellschaft demgegenüber korrekt verhalten.

1.2 Abgrenzung

Ich zeige, die bisherige Entwicklung und den momentanen Status in der Schweiz auf. Des Weiteren werde ich erörtern, welche Folgen aus dieser Entwicklung entstehen können. Es wird das Unternehmens- und das gesellschaftliche Verhalten in Bezug auf die Ethik beleuchtet.

1.3 Fachliteratur zu diesem Thema

Die Fachliteratur ist im Literaturverzeichnis aufgeführt. Es ist schwierig, zu diesem Thema konkrete und detaillierte Fakten zu finden. Diese Arbeit beruht zum grossen Teil auf Recherchen im Internet.

 

 

2. Hauptteil

2.1 Hauptgedanken Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet mit sehr grossen Schritten voran und durchdringt jeden Bereich des alltäglichen Lebens. Viele Unternehmen und Branchen versuchen, sich auf diese Entwicklung einzustellen und dem hohen Tempo anzupassen.

Im Folgenden nenne ich einige Beispiele:

Mobilität:
Die Plattform Uber hat diesen Bereich bisher am meisten beeinflusst und geprägt. Bis vor einigen Jahren gab es diverse Taxi-Unternehmen, welche diese Dienstleistung abgedeckt haben. Heute ist es problemlos möglich, über die Uber-App einen privaten Fahrer zu reservieren.
Die Mobility-Plattform stellt diverse Fahrzeug-Klassen zur Kurzzeitmiete bereit. Über Sharoo kann man private Fahrzeuge für eine gewisse Zeit mieten. Beide Anbieter sind gute Beispiele für die Sharing-Community, welche die Zukunft nachhaltig beeinflussen wird.

Übernachtungen:
Airbnb ist eine Applikation, die diesen Sektor bisher am einschneidendsten verändert hat. Über diese Plattform werden Wohnungen, Zimmer, Häuser und sonstige Übernachtungsmöglichkeiten angeboten und gemietet.

Shopping:
Hier sind diverse Online-Händler tätig. In der Schweiz haben digitec und brack einen sehr hohen Marktanteil. Die Marktdurchdringung von Amazon konnte bisher unterbunden werden. Auf diesen Plattformen können sämtliche Dinge des täglichen Lebens bestellt werden, die rasch nach Hause geliefert werden.

Essen:
Eat.ch ist in diesem Bereich sehr stark positioniert. Bei diversen Restaurants oder Bistros kann online Essen geordert werden, das kurz nach der Bestellung geliefert wird. Zurzeit wird die Plattform Ubereats lanciert, hier sollen Synergien zu Uber genutzt werden. In anderen Ländern ist es schon möglich, über Amazon Lebensmittel zu bestellen, die auf dem Postweg ausgeliefert werden.

Entertainment:
Diverse Streaming-Plattformen ermöglichen es, Filme, Serien und Musik zu mieten. Hier sind vor allem Netflix und Spotify zu nennen, die sehr hohe Marktanteile besitzen.

Diese Beispiele sind nicht abschliessend, es gibt noch viele Bereiche, die durch Digitalisierung verändert werden. Kern dieser Geschäftsmodelle ist die Vermittlung zwischen Anbietern und Nachfragern. In den meisten Fällen werden keine persönlichen physischen Werte geschaffen. Trotzdem beeinflussen diese Geschäftsmodelle diverse traditionelle Bereiche. Im Folgenden zeige ich stichwortartig auf, welche Bereiche durch die neuen Anbieter unter Druck geraten werden:

Mobilität: Taxi-Branche, Autoindustrie Übernachtungen: Hotelbranche

Shopping: Einkaufsläden, Shopping-Center Essen: Einzelhandel

Entertainment: TV, Radio, Blue-Ray- und CD / DVD-Verkauf, Kino

Die oben genannten Geschäftsbereiche werden grundlegend verändert und der Internethandel wird den Arbeitsmarkt nachhaltig verändern. Wenn man sich dazu noch die Unmengen an Daten vor Augen führt, die über die Digitalisierung gesammelt werden, drängt sich im ersten Moment die Meinung auf, dass diese Unternehmen absolut unethisch handeln. Ein Grossteil der Arbeitsplätze werden in den genannten Bereichen für immer verschwinden. Zudem werden diverse Unternehmen insolvent gehen, die mit dem raschen Fortschritt auf diesem Sektor nicht Schritt halten können und den digitalen Wandel nicht schaffen. Ebenso wird es den Immobilien-Sektor extrem beeinflussen. Viele Ladengeschäfte werden in Zukunft nicht mehr benötigt; dies könnte zu einem Preisverfall und hohen Mietverlusten führen.

Dem gegenüber stehen jedoch viele positive Nebeneffekte: Es werden viel weniger Rohstoffe vernichtet, wenn weniger Bücher, CDs, DVDs etc. hegestellt werden. Wenn viele Menschen die Möglichkeit des Car-Sharing nutzen, wird weniger Treibstoff benötigt. Zukünftig werden Kleidungsstücke, Schuhe nach Bedarf und auf Mass hergestellt. Dadurch gibt es wesentlich weniger Überproduktionen. Digitale Bücher verringern das Abholzen von Bäumen zur Buchherstellung. Neben diesen Beispielen gibt es etliche mehr, die darlegen, dass die neuen Geschäftsmodelle einen positiven, nachhaltigen Effekt bezüglich unserer Umwelt und Ressourcen haben. Es würde zu weit führen, im Detail die höheren Kosten für den Versand der Artikel den Einsparungen gegenüberzustellen.

Diese Unternehmen handeln nicht unethisch, da sie lediglich versuchen, dem Wertewandel gerecht zu werden, und die Bedürfnisse nach hoher Individualität, Geschwindigkeit und „Freiheit“ zu befriedigen.
Unsere Gesellschaft fordert dies. Daher ist es absolut in Ordnung, wenn Unternehmen in diesen Bereichen auf diese Art und Weise tätig werden. Wenn wir diese Angebote nicht annehmen würden, wären diese Geschäftsmodelle in Zukunft nicht überlebensfähig und würden über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

2.1 Digitale Zahlungsmöglichkeiten

Zur Zahlung diverser Dienstleistungen, welche die oben erwähnten Bereiche betreffen, wird ein digitales Zahlungsmittel benötigt. Es gibt heute diverse Möglichkeiten, online bzw. digital Geld zu transferieren. Hierzu nenne ich einige Beispiele:

Klassische Überweisungen von einem Bankkonto oder Kreditkartenzahlungen. Paypal oder Skrill sind Plattformen, die es ermöglichen, per sofort online Geld zu transferieren. Offline gibt es diverse Möglichkeiten, kontaktlos zu zahlen, hier sind Beispiele wie Twint oder Apple Pay zu nennen. Zudem gibt es Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin.

Diese Zahlungsmöglichkeiten stillen gewisse Bedürfnisse und haben somit ihre Daseinsberechtigung. Würden wir diese Möglichkeiten nicht einsetzen, wären sie ebenfalls nicht überlebensfähig und würden schnell von der Bildfläche verschwinden.

Die Nachteile werden oftmals erst erkannt, wenn man sich die Alternative im Detail ansieht. In diesem Fall ist die Alternative das Bargeld.

 

2.2 Bargeld

Im Folgenden werden Vorteile des Bargeldes aufgezeigt.
Anonymität:
Transaktionen mit Bargeld erfolgen anonym. Es kann kein persönliches Profil erstellt werden, wenn dies nicht gewünscht ist.

Schutz:
Niemand muss in Vorleistung treten. Käufer und Verkäufer sind somit vor Betrug geschützt.

Kontrolle:
Jeder hat eine bessere Kontrolle über seine Ausgaben.

Unabhängigkeit:
Krisenfestes Zahlungsmittel, keine technische Infrastruktur nötig – bei Störungen kann es immer noch als Zahlungsmittel verwendet werden.

Einfachheit:
Kinder und Menschen mit Einschränkungen können Bargeld einfacher nutzen – Zahlung mit Bargeld bedeutet einen sichereren Umgang als mit Kreditkarte oder Ähnlichem.

Einlagen-Sicherheit:
Sicherheit bei einer Bankenpleite.

Zinseinfluss:
Negativzinsen haben keinen Einfluss auf das Bargeld.

Kostenvorteil:
Für den Nutzer kostengünstig (Gegenbeispiel Kreditkarten: indirekt, wenn Preise steigen, damit Händler die Kreditkarten-Gebühren bezahlen können).

Cyber-Kriminalität:
Es besteht ein Schutz vor möglichen Angriffen auf digitale Währungen, was extreme Folgen für die Volkswirtschaft mit sich brächte.

Es gibt kein anderes Zahlungsmittel, das diese Vorteile vereint.

Nun stellt sich die Frage, wieso diese Punkte überhaupt erwähnt werden und das Thema Bargeld ein so wichtiges ist. Wenn man sich vor Augen führt, in welch hoher Geschwindigkeit die oben aufgeführten Branchen sich nachhaltig verändert haben und weiter verändern werden, kann man in etwa erahnen, wie rasant sich das Verhalten zum Bargeld verändern wird.

Auch wenn sich die Branchen extrem verändern werden, wird es in Zukunft immer Kinos geben, in denen sich Menschen treffen, um gemeinsam Filme auf einer Grossbild-Leinwand zu sehen. Ebenso wird es immer Restaurants geben, in denen man mit der Familie oder Freunden bei einem guten Essen zusammensitzt. Des Weiteren wird es immer noch eine Möglichkeit geben, physisch sein Essen einzukaufen.

Eventuell handelt es sich dabei um absolute Spezialisten, vielleicht sind es Hofläden, die ihre Waren anbieten. So wie heute noch Schallplatten hergestellt werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass in Zukunft auch weiterhin DVDs / Blue-Rays erhältlich sein werden.

Der Mensch sucht oftmals und braucht Gesellschaft zum Überleben. Aus diesem Grund werden diese Bereiche nie vollends verschwinden. Beim Bargeld sieht es möglicherweise anders aus. Es wird keinesfalls benötigt um die obenstehenden Dienstleistungen zu konsumieren. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es irgendwann verschwinden wird. Schweden hat es sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, bis 2023 bargeldlos zu sein.

Wenn man sich nun die genannten Vorteile des Bargeldes vor Augen führt, und sich nur ansatzweise überlegt, welche Auswirkungen die Nachteile haben könnten, müsste man sich zwangsläufig für den Erhalt des Bargeldes aussprechen.

Das Hauptproblem besteht darin, dass das Bargeld sukzessive verschwinden wird, und dass bei diesem schleichenden Prozess, auf den ersten Blick, keinerlei Einschränkungen für den Konsumenten entstehen.

Es wird mit Sicherheit auch in einigen Jahren noch Bargeld geben. Das Problem ist nur, wenn es dann überhaupt keine Möglichkeiten mehr gibt, damit zu zahlen, wird es augenscheinlich keinen Grund mehr geben, das Bargeld nicht abzuschaffen.

2.3 Diskussion

Die Ethik befasst sich mit den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns. Um Verhalten bewerten zu können, muss man jemanden finden, der etwas „falsch gemacht“ bzw. unmoralisch gehandelt hat. In diesem Fall ist es schwierig, dies genau zu definieren. Somit ist es ein gesellschaftliches Thema.

Das Hauptproblem besteht bei dem Punkt Anonymität und der Tatsache, dass Unmengen an Daten generiert werden, bei denen nicht nachvollziehbar ist, wofür diese Daten verwendet werden. Diese Tatsache beschneidet die Freiheit der Bürger, und die Möglichkeit der Selbstbestimmung geht verloren. Uns wird in Zukunft die Wahlmöglichkeit genommen, sich für die Bargeldzahlung zu entscheiden. Deshalb ist es unmoralisch und ethisch nicht korrekt, dass es diese Möglichkeit bei den Grundbedürfnissen in Zukunft eventuell nicht mehr geben wird.

Wenn die Gesellschaft der Grund ist, gilt es zu prüfen, warum diese so handelt. Oder gibt es eventuell Institutionen, die der Entwicklung entgegenwirken könnten, dies aber nicht tun? In der heutigen Zeit ist alles schnelllebiger geworden, Besitztümer haben einen untergeordneten Stellenwert; es gibt viele Punkte mehr, die den Wertewandel umschreiben. All diese Punkte beeinflussen die Thematik, sind aber nicht grundsätzlich Schuld daran, denn die Gesellschaft nimmt die Dienstleistungsangebote an, womit sie ihre Daseinsberechtigung haben. Daher landen wir bei dem Punkt Gesellschaft wieder bei jedem persönlich.

Zur Frage bezüglich der Institutionen: Es gibt nur den Staat und die Banken, die hier entgegenwirken könnten, da sie die Entwicklung vermutlich voraussehen können.

Der Staat:
Ein Hinweis zu dieser Thematik von Nationalrat Prisca Birrer-Heimo vom 27.09.2018 wurde am 07.11.2018 mehr oder weniger abgelehnt. Es gibt lt. Bundesrat keinen Handlungsbedarf, da die Annahmepflicht von Bargeld im WZG Art. 3 klar geregelt sei (Stellungnahme des Bundesrates vom 07.11.2018. Abgerufen von https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche- curia-vista/geschaeft?AffairId=20183961). Sie gehen nicht konkret auf die Bedenken von Frau Birrer-Heimo ein. Unbewusst oder bewusst vertieft der Bundesrat diese Thematik nicht; beide Fälle sind nicht optimal.

Die Banken:
Aus Kostengründen werden immer mehr Bank-Filialen geschlossen, somit verschwinden von Zeit zu Zeit weitere Bankautomaten. Diverse Banken haben sich bereits dem Bezahldienst Twint angeschlossen; eine Initiative „Pro Bargeld“, welche durch die Banken unterstützt wird, ist mir bisher nicht bekannt.
Aus meiner Sicht versuchen Schweizer Banken, den internationalen Konzernen wie Apple und Google bezüglich digitaler Zahlungsmethoden zuvorzukommen. Dieser Gedanken ist grundsätzlich weder falsch noch schlecht. Die Frage ist, ob dies der nachhaltigste Weg ist, die vorhandene Marktmacht zu halten. Ich gehe davon aus, dass Banken viel Geld investieren, Zukunftsszenarien durchzuspielen, um Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen und die Auswirkungen entsprechend ableiten zu können.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Bankenlandschaft sich extrem verändern wird und sie den Wettbewerb von Unternehmen wie Amazon, Google und Apple vermehrt spüren werden. Ganz aktuell ist zu erwähnen dass die Credit Suisse nun Apple Pay einführen wird. Sollten diese Global-Player in Zukunft wirklich als Banken auftreten und auch diesen Sektor transformieren, so wäre der Schweizer Franken als Bargeld eines der wenigen Argumente für unsere hiesigen Banken. Über die Unternehmen aus dem Silikon Valley wird wahrscheinlich ein grosser Teil der Konsumenten-Geldgeschäfte abgewickelt. Das Bargeld wäre somit eine der wenigen Möglichkeiten, sich als traditionelle Bank abzuheben. Aus diesem Grund sollten Banken das Bargeld doch eigentlich aktiv fördern, vor allem wäre dies mit der „unabhängigen Währung“, dem Schweizer Franken, sicherlich einfacher möglich als im EURO-Raum.

Der Bürger:
Unsere Gesellschaft besteht aus vielen Individuen, die unterschiedliches Know-how in verschiedenen Bereichen besitzen. Es liegt an jedem selbst, wie er mit diesen Themen umgeht. In Bezug auf die oben stehende Thematik stellt sich die Frage, ob es unmoralisch ist, nichts dagegen zu tun, obwohl man eine gewisse Vermutung hat.

Welche Möglichkeiten hat der einzelne Bürger? Zum einen kann er seine Vermutung mit anderen Menschen teilen, um sie darauf hinzuweisen. Jeder kann so konsumieren und Dienstleistungen beanspruchen, wie es seinen persönlichen Werten entspricht, um so einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen. In der Schweiz haben wir zudem die Möglichkeit, direkt Einfluss auf unsere Gesetzgebung zu nehmen. Dies kann zum Beispiel durch eine Volksinitiative erfolgen.

 

 

3. Schluss

3.1 Beurteilung

Weder der Staat noch die Banken verhalten sich ethisch korrekt. Ihnen müssen die Folgen dieser Entwicklung bekannt sein. Unserem Staat sind Entwicklungen wie in Schweden oder manchen asiatischen Staaten bekannt. Es ist einfach, die Folgen für unsere Gesellschaft abzuleiten und entsprechende Gegenmassnahmen zu ergreifen. Es werden seitens Politik jedoch keine Rahmenbedingungen geschaffen, um dem entgegenzuwirken.

Banken investieren viel Geld in Studien, die das zukünftige Verhalten und die Bedürfnisse in der Gesellschaft aufzeigen, handeln jedoch entgegen der negativen Folgen, die diese Entwicklung für den einzelnen Bürger hat. Es sind eindeutige Entwicklungen erkennbar, China ist hier als Extrembeispiel zu nennen. China entwickelt sich zu einem Überwachungsstaat in dem Fehlerverhalten drastische Konsequenzen nach sich ziehen. Sollte jemand seine Rechnungen nicht pünktlich zahlen oder ein Verkehrsdelikt begehen so können ihm Möglichkeiten wie das Buchen von Flugtickets oder Bahntickets direkt vorenthalten werden. Dieses Vorgehen ist nur durch die Abschaffung des Bargeldes möglich. Somit könnte man den Banken unterstellen dass diese nur für den kurz- oder mittelfristigen Erfolg handeln, langfristig schadet dieses Verhalten auch ihrem eigenen Geschäftsmodell.

Die Gesellschaft verhält sich gesamthaft ebenfalls ethisch nicht korrekt. Obwohl vielen Menschen die möglichen negativen Folgen bekannt sind, gibt es keine Bewegung, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

 

3.2 Resume – persönliches Statement

Die eigene Meinung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, denn ich bin ebenfalls Teil der Gesellschaft und mündiger Bürger, der sich ethisch korrekt verhalten möchte. Es ist mir nicht gestattet, mich negativ zu äussern, wenn ich nicht vorangehe, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und etwas zu ändern. In Anbetracht der persönlichen Möglichkeiten, auf politische Entwicklungen Einfluss zu nehmen, ist es noch entscheidender, denn in der Schweiz haben wir die Möglichkeit, durch unsere direkte Demokratie etwas zu bewegen. Aufgrund dieses Essays habe ich mich intensiv mit der Thematik Volksinitiative auseinandergesetzt. Mein erster Schritt war eine E-Mail an sechs Bekannte aus meinem näheren Umfeld, in der ich auf die Entwicklung aufmerksam gemacht und die Gründung eines Initiativkomitees in den Raum gestellt habe. Über die Art und Weise des Vorgehens kann man geteilter Meinung sein, doch der Tenor ist entscheidend. Und der hat gezeigt, dass es ein spannendes Thema ist, aber nur wenige bereit sind, sich überhaupt etwas konkreter damit auseinanderzusetzen. Der Zeitfaktor ist der Hauptgrund.

Wenn ich mich nun ethisch korrekt verhalten möchte, ist es meine Pflicht, diese Thematik weiter zu forcieren, denn ich bin der Überzeugung, die negativen Folgen dieser Entwicklung korrekt zu beurteilen. Deshalb ist es meine Pflicht, zu handeln.
Ich werde das Thema Volksinitiative „Pro Bargeld“ weiter verfolgen und konkretisieren. Es geht dabei nicht um die Abschaffung von digitalen Zahlungsmethoden, sondern um den Erhalt des Bargeldes. Bei den Grundbedürfnissen muss jeder Bürger die Möglichkeit / die Option haben, auf Wunsch auch mit Bargeld zu zahlen. Denn wenn das Bargeld erst mal verschwunden ist, gibt es keinen Weg mehr zurück.

Der Zeitpunkt ist genau der richtige, denn grundsätzlich besteht eine positive Meinung zum Bargeld und eine skeptische Sicht zum Thema „Daten“.

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4. Literaturverzeichnis
Spiekermann, Sarah. (2019) Digitale Ethik: Ein Wertesystem für das 21. Jahrhundert,

Droemer eBook; Auflage: 1

Häring, Norbert. (2018) Schönes neues Geld: PayPal, WeChat, Amazon Go – Uns droht eine totalitäre Weltwährung, Campus Verlag; Auflage: 1

Bargeld als wichtigstes Zahlungsmittel für Privatpersonen. (Stellungnahme des Bundesrates vom 07.11.2018). Abgerufen von https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia- vista/geschaeft?AffairId=20183961).

Mission Money (Produzent). (22.03.2019). Dirk Müller & Florian Homm: Darum wird Bargeld ABGESCHAFFT und China stürzt uns in die Katastrophe [Video]. Abgerufen von https://www.youtube.com/watch?v=fCAXJ01lzkw

 

Es würde mich freuen, wenn du den ein oder anderen Punkt für dich mitnehmen konntest.